Kennzahlen zentral bereitstellen
Bruttobeiträge, Solvenzquoten, Schadensquoten – alle Kennzahlen werden einmal definiert, aus Ihren Systemen importiert und stehen allen Berichten zur Verfügung. Eine Zahl, eine Quelle, überall konsistent.
Das Silo-Problem bei Berichtsdaten
In den meisten Unternehmen existiert dieselbe Kennzahl in mehreren Versionen – in unterschiedlichen Excel-Dateien, unterschiedlich gerundet, unterschiedlich aufgeschlüsselt. Wer die richtige Zahl sucht, fragt drei Leute und bekommt vier Antworten.
- „Bruttobeiträge" bedeutet in der Fachabteilung etwas anderes als im Aktuariat
- Daten werden pro Bericht neu aus SAP exportiert – mit unterschiedlichen Filtern
- Vorjahresvergleiche scheitern an geänderten Dimensionswerten
- Niemand weiß, wann die Zahlen zuletzt aktualisiert wurden
- Rundungsdifferenzen zwischen Tabellen im selben Bericht
Vier Fragen, die jede Kennzahl beantworten muss
Jede Kennzahl wird über vier Dimensionen beschrieben – von der Definition bis zur Herkunft. Das verhindert Missverständnisse und schafft Transparenz.
Definition
Was genau ist diese Kennzahl? Formale Beschreibung, regulatorische Referenz, Einheit.
Dimension
Wonach kann sie aufgeschlüsselt werden? Sparten, Märkte, Kanäle, Kundentypen.
Wert
Welchen konkreten Wert hat sie – für welche Periode und Dimensionskombination?
Herkunft
Woher stammt dieser Wert? Quellsystem, Importzeitpunkt, Verantwortlicher.
So sieht eine Kennzahl-Definition aus
Einmal definiert, überall verwendet – mit Validierungsregeln, Dimensionen und regulatorischer Referenz.
Daten importieren – aus jedem System
Die Plattform unterstützt verschiedene Importwege. Jeder Wert dokumentiert automatisch, woher er stammt und wann er geladen wurde.
Systemexport
Automatisierter Import aus Vorsystemen über definierte Schnittstellen.
Excel-Import
Upload von Excel-Dateien mit KI-gestütztem Spalten-Mapping und Datentyp-Erkennung.
QRT-Tabellen
Direkte Übernahme aus regulatorischen Meldetabellen – die ohnehin erstellt werden.
Eine Kennzahl – beliebig viele Perspektiven
Dimensionen ermöglichen es, dieselbe Kennzahl auf verschiedenen Ebenen zu betrachten – vom Gesamtwert bis zum Drill-Down in einzelne Regionen.
Fehler finden, bevor sie im Bericht landen
Jeder importierte Wert durchläuft definierte Plausibilitätsprüfungen – automatisch, transparent und dokumentiert.
Wertebereich
Liegt der Wert innerhalb der definierten Grenzen?
Bruttobeiträge: 100M – 500M ✓Vorjahresvergleich
Weicht der Wert plausibel vom Vorjahr ab?
YoY: +2,2 % (max. ±20 %) ✓Summenprüfung
Ergeben die Teile das Ganze?
63,5 + 41,2 + 32,4 + 8,1 = 145,2 ✓Verhältnisprüfung
Stimmen die logischen Relationen zwischen Kennzahlen?
Netto (€132,8M) ≤ Brutto (€145,2M) ✓Vom Tabellenwert zur Datenquelle – in Sekunden
Jeder Zahlenwert im fertigen Bericht lässt sich zurückverfolgen: woher stammt er, wann wurde er importiert, wer hat ihn freigegeben?
Tabellenzelle
€63,5M im Bericht, Kapitel A.2, Zeile KFZ
Kennzahlenwert
METRIC_A2_001 · 2024 · Sparte: KFZ · Status: Approved
Datenquelle
SAP-Export · 15.01.2025 · Importiert von: M. Schmidt
Validierung
4 Prüfungen bestanden · Freigabe: Dr. Weber, 17.01.2025
Was Ihnen zentrale Datenverwaltung bringt
Wahrheit pro Kennzahl
Keine widersprüchlichen Werte mehr. Jede Kennzahl hat eine Definition, einen Wert und eine dokumentierte Quelle.
Nutzbar über Berichte hinweg
Dieselbe Solvenzquote im SFCR, ORSA und Risikobericht. Einmal gepflegt, überall aktuell.
Rundungsdifferenzen
Berechnungsformeln und Formatierung sind zentral definiert. Teile ergeben immer das Ganze.
Kennzahlen als Datengrundlage des Reportings
Schritt 2 schließt direkt an die Strukturdefinition an: Sobald die Vorlage festlegt, welche Kennzahlen pro Berichtsabschnitt benötigt werden, beginnt die Bereitstellung der Werte. Die zentrale Kennzahlenverwaltung ist damit das Bindeglied zwischen technischer Datenhaltung und der inhaltlichen Berichterstellung — und der prozessuale Schlüssel zur konsistenten regulatorischen Berichterstattung.
Was diese Schicht von einer reinen Datenbank unterscheidet: Jeder Wert ist mit Definition, Dimension, Herkunft und Validierungsstatus annotiert. Die Plattform realisiert damit eine zellweise Nachverfolgbarkeit bis auf die einzelne Tabellenzelle im fertigen Bericht — vom angezeigten Wert über die Kennzahl-ID, das Quellsystem und den Importzeitpunkt bis zum freigebenden Reviewer. Diese Audit-Trail-Architektur ist die Voraussetzung dafür, dass externe Prüfer die Herkunft jeder Zahl in Minuten statt in Tagen bestätigen können.
Welche konkreten Kennzahlen verwaltet werden, hängt vom Berichtstyp ab. Ein SFCR braucht Solvenzquote, Bedeckungsquote, Bruttobeiträge nach Sparten, versicherungstechnisches Ergebnis und Mindestkapitalanforderung — strukturiert nach Solvency-II-Vorgaben. Ein Pillar 3-Offenlegungsbericht arbeitet mit harten Kernkapital-Quoten, RWA-Werten, Liquiditätskennzahlen (LCR, NSFR) und CRR-spezifischen Risikokennzahlen. Die Kennzahlenstruktur unterscheidet sich, das prozessuale Muster bleibt: zentral definieren, einmal importieren, mit Audit-Trail referenzieren, in allen Berichten konsistent verwenden.
Der größte Effekt zeigt sich, sobald derselbe Wert in mehreren Berichten gebraucht wird. Eine Solvenzquote, die im SFCR, im ORSA und im internen Risikobericht erscheint, kommt aus einer einzigen verbindlichen Quelle. Wer den Wert in einem Bericht prüft und freigibt, prüft ihn implizit für alle. Wer eine Kennzahl-Definition aktualisiert (etwa eine Berechnungsformel an eine neue EIOPA-Vorgabe anpasst), sorgt automatisch dafür, dass jeder zukünftige Bericht die korrekte Variante verwendet.
Daten stehen? Weiter mit den Quelldokumenten.
Im nächsten Schritt werden Richtlinien, Policies und Board-Beschlüsse ausgewertet – die qualitativen Bausteine für Ihren Bericht.
Häufige Fragen zur Kennzahlenverwaltung
Warum brauche ich eine zentrale Kennzahlenverwaltung?
Ohne zentrale Verwaltung existiert dieselbe Kennzahl in mehreren Versionen – in unterschiedlichen Excel-Dateien, unterschiedlich gerundet, unterschiedlich aufgeschlüsselt. Eine zentrale Definition stellt sicher, dass es pro Kennzahl einen verbindlichen Wert mit dokumentierter Herkunft gibt – für alle Berichte.
Aus welchen Datenquellen können Kennzahlen importiert werden?
Kennzahlen können aus SAP-Systemexporten, Excel-Dateien und regulatorischen QRT-Meldetabellen importiert werden. Zusätzlich sind manuelle Eingaben und berechnete Werte aus anderen Kennzahlen möglich. Jeder Import wird mit Zeitstempel, Verantwortlichem und Validierungsstatus dokumentiert.
Welche automatischen Validierungen werden durchgeführt?
Jeder importierte Wert durchläuft vier Plausibilitätsprüfungen: Wertebereichsprüfung (liegt der Wert in definierten Grenzen?), Vorjahresvergleich (max. erlaubte Abweichung), Summenprüfung (Teile ergeben Ganzes) und Verhältnisprüfung (logische Relationen zwischen Kennzahlen).
Was unterscheidet zentrale Kennzahlenverwaltung von dezentralen Excel-Listen?
Bei dezentralen Excel-Listen existiert dieselbe Kennzahl in mehreren parallelen Versionen – mit unterschiedlichen Filtern, Rundungen und Aufschlüsselungen. Eine zentrale Verwaltung definiert eine einzige verbindliche Quelle pro Kennzahl, dokumentiert Herkunft und Validierungsstatus, und stellt sie allen Berichtstypen (SFCR, ORSA, Pillar 3, CSRD) konsistent zur Verfügung.
Wie kommen Ihre Daten in die Plattform?
In einer Demo zeigen wir den Import aus Ihren Systemen – von SAP über Excel bis zu QRT-Tabellen.
Demo vereinbaren